Zur aktuellen Situation:
Obwohl es einige positive Entwicklungen im Libanon gibt, wie eine voraussichtliche Steigerung des BIP 2025 auf geschätzt 4,7% sowie die Senkung der jährlichen Inflationsrate auf 15 % (von über 220% im Jahr 2023) und dem seit über einem Jahr stabilen Wechselkurs von1 USD zu 90.000 LBP (www.worldbank.org) kann man für die Bevölkerung kaum von einer Verbesserung sprechen. Die Armut der Bevölkerung ist weiterhin auf einem Höchststand und überall sichtbar. Über eine Million Menschen leiden täglich an Hunger (www.vaticannews.va). Trinkwasser und Strom sind Mangelware, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung für einen Großteil der Bevölkerung nicht mehr bezahlbar, über 50 % der Bevölkerung und 90% der Flüchtlinge leben unterhalb der Armutsgrenze.
Trotz Waffenstillstand zwischen der Hisbollah und Israel greift die israelische Armee regelmäßig Hisbollah-Gebiete an (nicht nur im Südlibanon, sondern ebenso in Südbeirut und im Norden der Bekaa). Beide Seiten beschuldigen sich immer wieder gegenseitig, die Waffenruhe zu brechen. Die israelische Armee hält immer noch Teile des Südlibanon entgegen dem Waffenstillstandsabkommen besetzt und verhindert die Rückkehr der libanesischen Binnenflüchtlinge in ihre Heimatdörfer. Sie betont, ein Rückzug käme erst nach einer Entwaffnung der Hisbollah in Frage. Die Hisbollah weigert sich entgegen dem Waffenstillstandsabkommen, ihre Waffen abzugeben und betont, dies werde erst geschehen, wenn sich die israelische Armee aus dem Südlibanon zurückgezogen habe. So ist der Prozess um einen dauerhaften Waffenstillstand aktuell zum Erliegen gekommen und niemand kann momentan die weitere Entwicklung seriös voraussehen. Im Libanon herrscht große Angst vor einem erneuten Kriegsausbruch. Die Anfang des Jahres neu gewählte Regierung mit Premierminister Nawaf Salam (vormalig langjähriger Richter des Internationalen Strafgerichtshofs) und dem neuen Präsidenten Joseph Aoun (vormalig in der Bevölkerung hoch anerkannter Armeechef) versucht alles, um die Lage zu entspannen und zu stabilisieren. Eine gewaltsame Entwaffnung der Hisbollah (wie von Israel gefordert) ist allerdings unmöglich, ohne einen neuen Bürgerkrieg zu riskieren. So bleibt nur die Hoffnung, dass es nicht wieder zur großen Eskalation kommt.
Seit dem 2. März 2026 ist der Krieg zwischen Hisbollah und Israel neu entflammt, nachdem die Hisbollah im Zusammenhang des Irankrieges Raketen auf Israel abgefeuert hat. Hunderttausende Vertriebene und hunderte Tote hat dieser neue Krieg bis jetzt gefordert. Eine uns bekannte libanesische Pfarrerin schreibt uns am 11. März: „Es gibt jetzt viele Angriffe. Sie sagten, dass die Vororte von Beirut heute Nacht leiden werden. Das Geräusch der Jets über uns ist so beängstigend. Obwohl die Angriffe auf die Vororte von Beirut gerichtet sind, bringt es ganz Beirut in Gefahr. Unsere Fenster müssen offen bleiben, sonst würden sie durch die Bomben zerbrechen, und es ist so kalt. Wir sehen die Angriffe im Fernsehen und hören sie gleichzeitig live! Herr, erbarme dich.
Sie haben jetzt ein Auto am Strand in Beirut angegriffen, mehr als 10 Menschen wurden getötet. Dieses Gebiet ist voller Vertriebener. Es sind nicht mehr nur die Vororte …“
Schulen, viele Moscheen und Kirchen sowie Zelte werden den Flüchtlingen als Unterkünfte zur Verfügung gestellt. Doch viele haben zunehmend Angst, Flüchtlinge aufzunehmen, da die israelische Luftwaffe auch gezielt Flüchtlingsunterkünfte angegriffen hat. Die Notunterkünfte sind überfüllt, die Vertriebenen campieren auf der Straße und/oder übernachten in ihren Autos.
Dringender denn je sind die sozialen Hilfsprojekte im Libanon.
Wir bitten um Ihre Unterstützung.
Frieden und kultureller Austausch – Libanon e.V.
IBAN: DE54 6001 0070 0974 2337 01
BIC: PBNKDEFF
Bank: Postbank









